Volksmund |
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Im Volksmund werden die Niedernhaller oftmals "Distelfinken" genannt. Dieser Spitzname erinnert an eine Begebenheit aus längst vergangenen Tagen: Ein Schultheiß hielt einen Vogel, einen Distelfinken, zu Hause in einem Käfig. Der Vogel entflog eines Tages aus dem offenen Bauer. Damit das Vögelchen nicht aus der Stadt entkommen konnte, ließ der Schultheiß auf Anraten seiner Frau die Stadttore schließen.... Die Meinung der Zeitgenossen zu solchem Geistesblitz läßt sich ausmalen. Die Niedernhaller sind seither die "Distelfinken". Doch man hört diesen Namen heute nicht mehr ungern, zumal er als Qualitätsbezeichnung für die Vielfalt der örtlichen Weine weit über die Stadtgrenze hinaus einen guten Ruf genießt. Die Menschen hier können auch über sich selbst lachen. Diese Mentalität macht die Stadt so sympatisch. Ein "Niedernhaller Distelfinkenlied" von Hermann Vogtherr finden Sie hier:
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Stadtwappen |
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Das Stadtwappen der Stadt Niedernhall zeigt den Heiligen Laurentius. Ihm ist die Niedernhaller Stadtkirche geweiht. Sein Bild wurde dann später in das Stadtwappen aufgenommen. Kirchen, die dem Heiligen Laurentius geweiht sind, weisen in der Regel auf ein sehr hohes Alter hin. Am Laurentiustag (10. August) des Jahres 955 wurden die Ungarn auf dem Lechfelde bei Augsburg besiegt. Aus Dankbarkeit hat man diesem Heiligen in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Kirchen gebaut. Der Märtyrertod auf einem Eisenrost, den der Heilige erlitt, wird in einem Türsturz aus dem 13. Jahrhundert über dem Haupteingang der Kirche dargestellt. In dem Wappen der Stadt wird nicht das Martyrium des Heiligen Laurentius dargestellt, sondern er trägt als Diakon der römischen Kirche seine Attribute in den Händen. Es wird von ihm erzählt, dass er im Jahre 258 unter Kaiser Valerian das Vermögen seiner Kirche, das dieser einziehen wollte, unter die Armen verteilt hat. Valerian ließ ihn deshalb geiseln, mit glühenden Platten brennen und dann auf einen Bratrost legen bis er seinen Geist aufgab. Man gibt deswegen dem Heiligen einen Bratrost in die rechte Hand. Seltener ist die Beigabe eines Geldbeutels (als Hinweis auf die Schenkung des Kirchengutes an die Armen), den er im Niedernhaller Stadtwappen in der linken Hand trägt. Dies ist eine der frühesten Laurentiusdarstellungen. Spätere
Darstellungen zeigen ihn dann in der linken Hand mit der Bibel oder einem
Palmzweig. |
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